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Austauschrunde | Arbeitszeugnis lesen und bewerten aber nicht interpretieren - Druckversion

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Austauschrunde | Arbeitszeugnis lesen und bewerten aber nicht interpretieren - OhrAkel - 25.08.2017

Des Öfteren werde ich als mögliche Zweitperspektive gebeten, ein Arbeitszeugnis zu lesen und mein Fazit darüber abzugeben. Aus diesem Grund würde sich meiner Meinung nach diesbezüglich eine Austauschrunde hier im Fachforum sehr gut anbieten. Bei Bedarf kann ich demnächst ein Zeugnis online stellen und wir diskutieren die Qualität oder mögliche Schritte der Nachbesserung, Textstellen welche durch den Arbeitgeber beim Ausstellen des Zeugnisses geändert gehören.


Grundlegendes vorweg

Die aktive Gestaltung der sozialen Unternehmenswelt ist für das Personalmanagement heute unverzichtbar. Ein Unternehmen stellt kein demokratisches Gebilde dar, soll heißen, dass je größer ein Unternehmen aufgestellt ist, dass auch meistens eine hierarchische Führung praktiziert wird. Das Unternehmen besteht schon sehr lange, hat eine sehr hohe Anzahl an Mitarbeitern, die Fluktuationsrate bzgl. des Personals wird als gegeben hingenommen, Generationskonflikte werden nicht besprochen, kreative Nachkömmlinge werden verkannt und innerbetriebliche Kurswechsel werden nur schwerlich umgesetzt. Eine wichtige Grundlage für ein zeitgemäßes Personalmanagement bilden Verhaltensmodelle, welche die drei Ebenen Individuum, Gruppe und Organisation im ausgewogenen Verhältnis zu einander betrachten und sich dadurch bereits vom Ansatz zur hierarchischen Führung unterscheiden.

Fazit
Wer aktuell nicht in das vorgegeben Schema passt, gilt als Querulant und nicht Schablonenkonform.


Worauf achtet ein neuer Arbeitgeber

Grundlegend ist dem Personalentscheider daran gelegen zu erörtern, in welchem Zeitraum und mit welchen Tätigkeiten der potentielle Mitarbeiter bzw. Bewerber seine Berufserfahrung bisher aufwerten konnte und nun nutzbringend im neuen Unternehmen einbringen kann.

Fazit
„Herr XY, geboren am 14.03.1981, war vom 01.05.2012 bis zum 31.05.2016 als [Berufsbezeichnung] im Bereich [Abteilung] unseres Unternehmens tätig.“

externer Link
https://www.arbeitszeugnis.io/arbeitszeugnis-vorlage/


Worauf sollten wir als Arbeitnehmer achten

Für 18- bis 25-Jährige ist allein das Gehalt Motivation genug, den Arbeitgeber zu wechseln, so die weiteren Ergebnisse der StepStone Studie. Mangelnde Wertschätzung der Arbeit beschäftigt hingegen besonders 30- bis 55-Jährige sowie 60- bis 65-Jährige. In einem sind sich alle Befragten allerdings einig: Der Hauptgrund für einen Wechsel ist der Wunsch nach einer neuen Herausforderung. Ob häufige Jobwechsel Einfluss auf Ihre Karriere haben, hängt mitunter auch vom Fortschritt Ihrer beruflichen Laufbahn ab. Mehrfache Wechsel des Arbeitgebers in der beruflichen Orientierungsphase, beispielsweise unmittelbar nach dem Hochschulabschluss, sind durchaus üblich. Ein Lebenslauf hingegen, der bereits einige Jahre an Berufserfahrung und einen kontinuierlichen Arbeitgeberwechsel aufweist, kann durchaus Fragen aufwerfen.

Fazit
Wohlwollende Referenzen der ex-Unternehmen als Ansprechpartner für den potenziellen neuen Arbeitgeber sollten in der beruflichen Laufbahn gesammelt werden. Ist der eigene Name einmal verbrannt, so ist ein Wiedereinstieg in selbiger Branche schwer.


Ab wann beginnt die Schikane und eröffnet den Interpretationsspielplatz

Im Internet (Morbus Google) und in vielen TV-Sendungen wird eine riesen Welle losgetreten wie „Zeugnissprache: Geheimcodes im Arbeitszeugnis“, „Arbeitszeugnis: zwischen den Zeilen lesen“ und „Arbeitszeugnis: Was hinter den Formulierungen wirklich steckt“. In Fachkreisen sieht die Welt bei Betrachtung der Arbeitszeugnisse tatsächlich nicht so aus. Aussagekräftig über die Arbeitsqualität sind vor allem die Adjektive (bspw. hervorragend, sehr gut, gut), Rangfolge bei Aufzählungen wie „Herr XY war allseits beliebt und sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets vorbildlich“ und der Hinweis über qualitative Arbeitsleistung wie bemüht, erfolgreich, zur vollsten Zufriedenheit oder einfach nur teilgenommen.

Fazit
- nicht an der Verwendung von Superlative sparen
- Rangfolge bei Aufzählungen wie "Vorgesetzten, Kollegen und Kunden" beachten
- je individueller das Schreiben vom Unternehmen verfasst wurde, desto "wohlwollender" kann das Schreiben verstanden werden, da es sich von den Standardtexten abhebt.


RE: Austauschrunde | Arbeitszeugnis lesen und bewerten aber nicht interpretieren - OhrAkel - 21.03.2019

Zitat:Für 18- bis 25-Jährige ist allein das Gehalt Motivation genug, den Arbeitgeber zu wechseln, so die weiteren Ergebnisse der StepStone Studie.
Kennt ihr den Gini-Koeffizienten bereits?
Ich bediene mich kurz der knappen Definition von Wiki: "Der Gini-Koeffizient oder auch Gini-Index ist ein statistisches Maß, das vom italienischen Statistiker Corrado Gini zur Darstellung von Ungleichverteilungen entwickelt wurde." Zur Verdeutlichung eine kleine Grafik:

[Bild: lorenz_550.png]​​​​​​​

Dabei bedeutet der Wert 0, dass es totale Gleichheit in der Einkommensverteilung gibt (die Lorenzkurve entspricht in diesem Fall der „45 Grad Linie“, die Fläche zwischen den Linien ist somit Null); der Wert 1 (Gini-Koeffizient) oder 100 (Gini-Index) bringt wiederum zum Ausdruck, dass nur einem Individuum das gesamte Einkommen der Volkswirtschaft zukommt und dass das Einkommen der anderen somit Null ist (die Lorenzkurve entspricht in diesem Fall der „Linie der totalen Ungleichheit“, die Fläche zwischen der „45 Grad Linie“ und der Lorenzkurve beträgt 1). D.h., je näher der Wert an 0 ist, desto gleicher ist die Verteilung des Einkommens.

Im Allgemeinen werden Länder mit einem Gini-Koeffizienten zwischen 0,50 und 0,70 (Gini-Index zwischen 50 und 70) als sehr einkommensungleich,
und die mit einem Gini-Koeffizienten zwischen 0,20 und 0,35 (Gini-Index zwischen 20 und 35) als relativ einkommensgleich bezeichnet (Willis, 2005).


Verteilung des Einkommens in Deutschland vs. Global (siehe zweite Grafik):

[Bild: 2000px-2014_Gini_Index_World_Map%2C_inco...nk.svg.png]​​​​​​​

Fazit:
Bei uns im Land ist das Einkommen relativ einkommensgleich verteilt. Ganz anders in den Vereinigten Staaten (US)...hmm... Hättet ihr das gedacht?! Ich nicht... tja, da spricht/ schreibt der Pessimist aus mir...

weitere Quelle:
https://www.lai.fu-berlin.de/e-learning/projekte/vwl_basiswissen/Umverteilung/Gini_Koeffizient/index.html